Meine Füße pflügen durch das hoch liegende Laub. Hauptsächlich Buchen, meine Lieblinge unter den Bäumen. Auch Ahorn. Und Eichen, die mich mein Leben lang schon beeindrucken. Die letzten Strahlen des Tages stürzen schnell noch hinab, vorbei an fast kahlen Ästen, tupfen im Fallen über die verbliebenen Blätter aller Couleur. Ich mag die Stimmung, fühlt sich warm an. Wenn ich aber in mich hinein horche, dann ist da noch etwas Schweres. Bekleidet mit all den Farben tanzt das Laub seinen letzten Tanz, hier vor meinen Augen stirbt es, gerade in diesem Augenblick, wo ich seinem Schaukeln und Sinken zusehe. Wärme und Schwere, Licht und Leichtigkeit, alles gut.

Wie kommt es, dass mancher Körper nach einer todesnahen Erfahrung nie mehr auf die Beine kommt? Und andere schon bald danach alle Spuren davon abgeschüttelt haben? Warum heilt sich der eine Mensch selbst, und der andere nicht?

Botenstoffe setzen die Schöpfung fort

Selbstheilung ist nur ein Wort. Selbstheilungkräfte aktivieren ist nur eine Umschreibung. Das, was geschieht, ist die Erschaffung des Organismus auf andere, neue, verwandelte Art. Es ist die niemals aufhörende Schöpfung. Die Kraft, die den Körper von Anfang an erschaffen hat, nimmt einen neuen Anlauf. Eine neue Körperchemie wird zerstörtes Gewebe wieder aufbauen, sie wird aus dem Gleichgewicht geratene Funktionen ausbalancieren, sie wird Wucherungen wieder zurückführen in eine natürliche Form. Neuroplastische Botenstoffe sind es, die Impulse geben, die den Körper neu in Form bringen. Wessen Botschaft überbringen sie? Wie lautet die Botschaft?

Der Cocktail der Botenstoffe ändert sich in jedem Augenblick und an jedem Ort des Körpers. Je nachdem, wie du dich fühlst. Gerade jetzt wieder, in diesem Augenblick, macht eine Botschaft die Runde durch deinen Körper, an jeder Stelle kommt dieselbe Botschaft an, und sofort produziert deine Leber Enzyme, deine Bauchspeicheldrüse erzeugt Hormone, deine Magensäfte werden mehr oder weniger aktiv, deine Schilddrüse erzeugt Hormone, dein Atem fließt ruhig dahin oder stockt, deine Gefäße weiten sich oder ziehen sich zusammen, dein Blut wird mehr oder weniger druckvoll in die Zellen transportiert. Stell dir vor, du würdest deine Botschaften ändern und damit deine Selbstheilungskräfte aktivieren.

Jede deiner Botschaften wird 1:1 umgesetzt

Jeder Teil des Körpers weiß die Botschaften, die bei ihm eintreffen, in entsprechende Signale vor Ort zu übersetzen. Er setzt sie eins zu eins um. Er hakt nicht nach, stellt sie nicht in Frage. Er vertraut den Botschaften, schließlich kommen sie direkt vom Boss. Du bist das. Du bist der Absender. Du bestimmst über deine Körperchemie, über die Gewebe, die Nerven, die Funktionen deines Körpers. Du bist der Souverän, der veranlasst, wie dein Körper funktioniert. Sagen die Erkenntnisse der Neurobiologe. Willst du deine Selbstheilungskräfte aktivieren, dann übernimm Verantwortung. Finde eigene Antworten auf die Fragen, die das Lebens dir stellt. Sei der Boss.

Da stellen sich eine Menge Fragen. Denn wenn alles so ausgeführt wird, wie es von dir vorgegeben wird, dann hast du es in der Hand, ob dein Körper gesund ist oder krank. Ob du dich glücklich fühlst oder bedrückt. Ob du deine Selbstheilungskräfte aktivieren wirst oder nicht. Was für Botschaften also sendest du? Hast du eine Ahnung, was für Aufträge du in deinen Körper hinein schickst? Ist es das, was du wirklich willst? Welche Gründe gibt es, dass du genau diese Botschaften losschickst? Wer bist du, was für ein Mensch bist du, dass du genau die Mitteilungen sendest, die im Augenblick in deinem Körper unterwegs sind? Was bewegt dich? Was fühlst du und denkst du? Woran glaubst du, und nach was richtest du dein Denken und Handeln aus? Wie ist deine Einstellung, deine Geisteshaltung, deine Gesinnung? Jede deiner Botschaften ist eine lebendige Mischung aus deinen ureigensten Gefühlen und Gedanken. Hier verbirgt sich das Geheimnis, wie du deine Selbstheilungkräfte aktivieren kannst.

Achte auf deine Gefühle

Falls dein Körper krank ist, und du willst gesund werden, dann gibt es vor allem eines, was du tun kannst. Das ist jetzt am dringendsten. Ändere deine innere Haltung. Achte darauf, wie du fühlst. Schau das Leben mit anderen Augen an. Ändere deinen Standpunkt, wechsele deine Perspektive. Lass deine liebgewonnenen Überzeugungen los. Frage dich mit tiefem Ernst, welchen Grund es dafür gibt, falls du sie behalten willst, welchen Nutzen du aus ihnen ziehst. Immerhin setzt deine innere Haltung die Mischung an, mit der die Botenstoffe durch deinen Körper jagen.

Die innere Haltung, das ist nichts Durchdachtes, nichts Reflektiertes, nichts Großartiges, nichts Wertvolles, nichts, was erhalten werden müsste. Das ist einfach ein chaotischer Haufen von Verhaltensweisen, die sich im Laufe des Lebens einmal so ergeben haben. Damals haben wir es womöglich nicht besser gewusst. Aber heute? Daraus haben sich diese bleibenden Muster gebildet, mit denen wir leben: »Wenn dies oder das passiert, dann reagiere ich so und so.« So haben wir immer die fragwürdige Sicherheit zu wissen, was zu tun ist. Solch ein Verhalten ist uns inzwischen so vertraut, das finden wir so gut, das haben wir immer schon so getan. Wir sind eben so, denken wir, das ist doch das Normalste von der Welt, jeder verhält sich doch so wie wir. Oder etwa nicht? Andererseits stellt sich genau hier die Frage, ob du wirklich deine Selbstheilungskräfte aktivieren möchtest. Denn nur eines von beiden ist möglich: Entweder du willst deine innere Haltung beibehalten Oder du wirst deine Selbstheilungskräfte aktivieren.

Referenz aus meiner Praxis

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Der Intellekt schafft Muster, Gefühle schaffen Leben

Tatsächlich kennt jede und jeder solche Muster, die sich wie von selbst abspulen, sobald etwas geschieht. Wir haben Muster für alle möglichen Gelegenheiten auf Lager. Da rauscht es durch unsere Nerven und Adern, noch ehe wir auch nur einen Gedanken gefasst haben, wie auf Knopfdruck. Unser gesamter Organismus ist voll von solchen attraktiven bunten Knöpfen. Kaum gedrückt, zuckt es in unsere Glieder und Muskeln hinein und sprudelt aus unserem Mund.

Das kommt uns wie gerufen. Oder manchmal auch nicht. Und ganz sicher nicht, wenn es uns krank macht.

Der lebendige Tod schenkt uns das Leben

Immer, wenn wir uns von etwas trennen, ist es, als stürbe ein kleiner Teil von uns. Das hört sich beim ersten Hören schlimm an, nun ja, so ist das Leben. Milliarden von Zellen sterben jeden Tag in uns, und Milliarden wachsen neu. Wir sterben von Augenblick zu Augenblick. Aber wir werden auch von Augenblick zu Augenblick neu geboren. Der Tod ist ein Teil unseres Lebens. Unser Leben ist ein Teil des Todes, auch wenn wir meist weit davon entfernt sind, diese Wahrheit zu erfassen. Leben ist Wandel. Der lebendige Tod schenkt uns das Leben.

Das ist eine unumstößliche Tatsache, wenn du deine Selbstheilungskräfte aktivieren willst.

Wenn wir unter Beschwerden leiden, wenn sich unser Leben durch eine Krankheit schwer und schwerer anfühlt, dann wird einmal die Zeit kommen anzuerkennen, dass wir selbst der Boss sind. Warum damit warten, bis es zu spät ist? Irgendwann einmal wird die Zeit kommen, wo wir loslassen müssen. Dann ist der Augenblick da, wo wir unseren alten Verhaltensweisen bei ihrem letzten Tanz zusehen. Wir sehen sie schwanken und schaukeln und sinken und aus unserem Leben verschwinden. Womöglich mit Schmerz, aber auch mit Wärme im Herzen. Warum nicht jetzt? Dann ist alles gut.