Alles schwingt und klingt ineinander, der Körper mit dem Fühlen und dem Denken. Unsere Zellen klingen mit, wenn wir emotional beteiligt sind, wenn wir uns gut fühlen oder nicht so gut. Wir hören ihr Echo auf unsere Emotionen, wir sehen, wie sie reagieren, sofort und sehr häufig sogar erst Jahre später. Manchmal tönt etwas in den Zellen wider, für das wir über die Monate und Jahre taub geworden sind, obwohl wir ganz am Anfang vielleicht gar nicht damit einverstanden waren. So geht es auch den Menschen mit Nierenproblemen.

Herz. Bauch. Intuition.

Kennst du Menschen mit Nierenproblemen? Wie ist deine Erfahrung mit ihnen? Ich glaube, sie streben zwar nachdrücklicher als andere nach innerer Ausgeglichenheit, im Körper auch nach der Ausgeglichenheit zwischen rechter und linker Niere. Sie wünschen sich einem stillen Ort inmitten der Unordnung des Lebens. Sie wollen im Einklang leben. Aber all das klappt viel zu selten. Sie versuchen es mit Konzepten und ignorieren ihr Bauchgefühl oder was ihr Herz ihnen sagt oder ihre Intuition. Vielleicht finden sie, solche Empfindungen und Eingebungen seien so eine Art animalischer Instinkt und müssen deshalb erst einmal durch den Verstand geläutert werden. Denn Reinheit ist ihnen wichtig.

Ihre Bedürfnisse gehen dabei aber unter. Sie ziehen sich nicht wärmer an, wenn ihnen kalt ist, sie meiden nicht die Sonne, wenn ihnen heiß ist, sie essen und trinken Dinge, gegen die ihr Körper sich wehrt, von denen sie Sodbrennen bekommen oder dick, müde, nervös oder krank werden. Sie halten in Situationen durch, in denen sie sich schlecht und schwach und immer schwächer fühlen.

All dies begründen sie damit, dass andere genau dies ebenfalls tun, oder dass sie im Gegenteil eben anders seien als diese, oder dass es wissenschaftlich erwiesen sei, oder dass sie es irgendwo gelesen haben, oder dass es besser für die Umwelt sei. Ausflüchte eben. In Wahrheit wissen sie nicht, was sie wollen. Und was sie nicht wollen.

Da ist irgend etwas im Zusammenhang mit ihren Sehnsüchten, das sie weder kennen noch mögen, das ihnen peinlich oder unangenehm ist, das ihnen womöglich sogar die Kehle zuschnüren würde, wenn sie genau hinsähen. Da ist eine schlimme Zwickmühle zwischen der Angst und ihren Herzenswünschen.

Die Angst begleitet Menschen mit Nierenproblemen besonders intensiv. Ihre Antwort darauf lautet, dass sie vernünftig tun. Sie eignen sich eine innere Haltung an, mit der sie schließlich jeder Erfahrung begegnen, die für sie irgendwie nach Gefühl riecht. Nicht, dass sie nicht sensibel wären. Oh doch, das sind sie, aber wenn es um sie selbst geht, wollen sie nicht.

Das Herz entscheidet, wo´s lang geht

Trotzdem müssen auch sie – wie wir alle – täglich, und manches Mal stündlich entscheiden, was sie wollen und wo sie stehen, und sie sind dann groß im Rationalisieren, im Begründen und Argumentieren. Es ist wahr, alles das hat seine Zeit und ist wertvoll. Ich spüre aber fast körperlich, dass dem etwas fehlt, etwas Wichtiges. Und sie spüren es auch, denn rationale Entscheidungen allein machen sie nicht zufrieden, nicht glücklich. Wenn sie sich ohne ihr Herz entscheiden – und das tun sie fast immer -, tut ihnen das nicht gut.

Entscheidungen ohne Herz – »herzlose« Entscheidungen – interpretiert ihr Körper gar nicht als Entscheidungen. Für ihre Nieren ist es, als hätten sie sich nicht entschieden. Wer sich nicht entscheidet, der schleppt alle möglichen ungeklärten Dinge mit sich. Nichts wird bereinigt, alles bleibt im Ungefähren, im Geist vermischen sich die Dinge ungeklärt. Diese innere Haltung wird vom Geist 1:1 weitergegeben, zuerst an die Körperenergie, an die Funktionalität und dann an die Partikel im Blut.

Komm. Ich liebe dich.
Ich kenne deinen Schmerz
und deine Angst. Ich liebe dich.
Lass deinen Schmerz geschehen,
geh seinen Weg bis zum Ende, nimm
seine Lehre. Damit das Böse in dir
Eins werde mit dem Guten. Das
sei dein Ziel. Und jetzt komm. Lass nur,
lass dein Herz schwer sein. Ich weiß,
wie ein schweres Herz sich anfühlt.
Komm jetzt. Ich liebe dich.

Wo Nierenprobleme ihren Ausgang nehmen

Für das Blut bedeutet dies, dass nicht zwischen wertvollen Blutbestandteilen und den Abfällen, die am Ende wie Gifte wirken, unterschieden wird. Die Ursache für diese ungute Mischung liegt darin, dass der Mensch in seinem Leben überhaupt alles ohne Unterschied zurückbehält, er entscheidet sich nicht zwischen dem, was er will, was er braucht, was er sich wünscht, und dem, was ihm nicht gut tut.

Aus einer materiellen Perspektive mag es so aussehen, als wären die Nieren mit den Abfällen im Blut überfordert. Warum aber sind sie bei dem einen Menschen überfordert und bei anderen nicht? Die materielle Ebene des Körpers ist die letzte, niederste Stufe in einer Kaskade von Wirkungen, die von ganz oben ausgehen. Wenn wir anerkennen, dass der Organismus von unserer inneren Haltung gesteuert wird, von Herzensentscheidungen, die vom Verstand angepasst wurden, dann beginnen wir zu begreifen, wir wir als ganzheitliche Wesen gestrickt sind. Ähnlich sieht das übrigens die jüngste Neurobiologie und nähert sich damit wieder uraltem Wissen an.

Nieren scheiden brauchbar und unbrauchbar, sie scheiden zwischen dem Wertvollen und dem Wertlosen im Blut. Sie gehorchen dabei der größten Kraft in unserem Organismus, dem Geist. Wenn wir in unserem Leben nicht fähig sind, zwischen Wertvoll und Wertloszu entscheiden, dann geben wir diese innere Haltung bis hinein in die letzte Zelle unseres Körpers. Der Körper übernimmt die Anweisung, ohne zu hinterfragen. Es gibt keinen materiellen Automatismus, der Körper mit allen seinen energetischen, neuralen und materiellen Funktionen wird gesteuert von der inneren Haltung.

»Alte Leiern«

Ohne Blick mit dem Herzen findet nicht wirklich eine Entscheidung statt. Dann wird in den unterschiedlichsten Situationen immer wieder eine ganze Ansammlung von unerledigten Themen an die Oberfläche des Bewusstseins gespült, weil Menschen mit Nierenproblemen damit nicht im Reinen sind. Deshalb rumort es ihrem Bauch.

Sie merken das, können aber schlecht aus ihrer Haut und hadern fast immer mit ihren Entscheidungen. Es ist immer dieselbe alte Leier. Das hört sich etwa so an:

  • Immer, wenn ich wählen soll, schwanke ich unentschieden.
  • Eigentlich immer, wenn ich mich im Gespräch auf eine Position festgelegt habe, wiederhole und »verbessere« ich mich hinterher in einem inneren Monolog tage-, wochen- und sogar monatelang.
  • Wann immer ich mich einmal unzweideutig geäußert und Stellung bezogen habe, fürchte ich mich davor, gemieden, geschnitten oder bei Bekannten, Freunden oder Kollegen abgewertet zu werden.
  • Meistens, wenn ich mich zu etwas durchgerungen habe, kommen mir dann doch Zweifel, ob ich mich damit nicht am Ende blamiere.
  • Jedes Mal, wenn andere sich auf mich verlassen, fürchte ich, es nicht gut genug zu machen.
  • Immer, wenn ich mich entschieden habe, wittere ich hinterher unweigerlich den Unmut irgendeines Betroffenen auf mich zukommen.

Solche und ähnliche Denkmuster ziehen wieder und wieder ungewollt durch ihre Gedanken.

»Alte Leiern« und kein Ende

Entscheidungen sind der wunde Punkt im Leben von Menschen mit Nierenproblemen, sie kennen dieses unruhige Hin und Her gut, sie kennen ihre »alten Leiern«. Manchmal können sie sich diese Schwäche als Flexibilität schönreden. Mit der Zeit aber spüren sie ihre Entscheidungsschwäche auch im Körper, bei den Nieren. Spätestens dann ist aus flexibel umgeworfenen Entscheidungen eine »alte Leier«, eine gefestigte innere Haltung geworden.

Eine »alte Leier«, ähnlich wie die oben genannten, entscheidet dann darüber, was in den Nieren geschieden wird und was nicht, diese Entscheidung fällt nicht im Körper, sondern im Kopf. Im Leib wird sie nur sichtbar als Arbeit der Nieren, im Guten wie im Schlechten.

Wer nicht mit seinem Herzen entscheiden kann, dessen Nieren können das ebenfalls nicht.

Dieses Ineinandergreifen von persönlicher innerer Haltung und Aufbau bzw. Abbau von Gewebe ist die Folge eines der großen Gesetze unseres leiblichen Lebens: Die innere Haltung bringt die Energie hervor, und die Energie erschafft den Körper.

Die innere Haltung steht am Anfang einer Kaskade von Wirkungen bis hinein in den Körper. Hat sie sich einmal verfestigt, dann läuft dieser Prozess dauerhaft ab, nicht nur dann, wenn gerade einmal wieder eine »alte Leier« bewusst wird, sondern immer, solange wie die »alte Leier« Bestand hat.

Die innere Haltung bringt die Energie hervor, und die Energie erschafft den Körper.

Schon 1997, vor nun beinahe 20 Jahren, titelte die Wochenzeitung »Die Zeit«: „Amerikanische Physiker schufen erstmals Materie aus reinem Licht.“

Energie erschafft Materie.

Gedankenenergie und Nierenprobleme

So geht es auch mit der Energie von Menschen mit Nierenproblemen; sie bildet im Körper 1:1 das ab, was im Kopf entschieden wird. Um ihre Nierenprobleme wirklich zu verstehen, bräuchten diese Menschen ein Bewusstsein davon, wie sie mit den täglichen Entscheidungen in ihrem Leben umgehen. Und warum sie das so tun. Und was sie wirklich wollen. Was lassen sie an sich heran, wo ziehen sie Grenzen, wohin geht ihre Aufmerksamkeit, wovor schreckt ihr Gefühl zurück, welche Gedanken wärmen sie immer wieder auf, wie viel Unentschiedenes belastet sie, bei welchen Themen sind sie mit sich im Reinen? An ihren »alten Leiern« können sie sich erkennen.

Mit ihrer altvertrauten Denkgewohnheit gehen ihnen immer mehr innere Stille und Ruhe und zugleich ihre körperliche Reinheit verloren, wobei sie Letzteres erst nach Jahren feststellen. Innere Stille und Reinheit, das sind genau die Qualitäten, nach denen sie sich tief im Inneren am meisten sehnen.

So wie sie aber in ihrem Kopf unentschiedene, überflüssige Gedanken und Gefühle lieber behalten als sich mit einer klaren Entscheidung von ihnen zu trennen, so belassen ihre Nieren überflüssige Endprodukte des Körperstoffwechsels im Blut und akkumulieren die sogenannten harnpflichtigen Substanzen. Die Menge der im Blut belassenen Substanzen nimmt in dem Maße zu, wie die Kraft zur mentalen Entscheidung nachlässt. Das ist der geistige, der wahre Grund für Nierenprobleme.

Schaut man allein auf den Körper, dann erweckt der den Eindruck, als seien die Nieren mit der schieren Masse der Substanzen überfordert. Der Eindruck täuscht. Die Nieren könnten sehr wohl filtern, aber die Menschen mit Nierenproblemen trennen sich nur schwer von ihrer Entscheidungsschwäche, und genau dieser geistigen Vorgabe folgen die Nieren. Der Körper folgt der Energie, und die Energie folgt der inneren Haltung.

Übrigens folgen nicht nur die Nieren dieser Vorgabe, dieselbe Energie macht sich als energetisches Muster auch an anderen Stellen im Körper bemerkbar, die oberflächlich betrachtet nichts miteinander zu tun haben. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Funktion, die sie dort in den Geweben übernehmen. Darüber sprechen wir ein anderes Mal.

Der Körper folgt der Energie, und die Energie folgt der inneren Haltung.

Das Ende der »alten Leiern«

Die spannende Frage lautet: Was würde geschehen, wenn die »alten Leiern« verschwänden?

Was würde sich ändern, wenn die Energie sich änderte?

Wie würden die Nieren reagieren, wenn sich die innere haltung änderte?

Die Schöpfung geht weiter

Energie kennt keine Moral, sie bestraft nicht, weil eine »falsche« Entscheidung getroffen wurde oder gar keine, sie belohnt nicht für eine »richtige« Entscheidung. Die Energie setzt, sobald die Menschen mit Nierenproblemen sich wieder besser entscheiden können, diese geistige Energie auch in den Nieren um. Sie baut untergegangenes Nierengewebe wieder auf, weil die Kraft zur »Scheidung« wieder vorhanden ist.

Die Schöpfung, in unserer Kultur auf einen einmaligen göttlichen Akt reduziert, hat in Wirklichkeit nie aufgehört zu wirken. Noch immer geht sie weiter, in jedem Augenblick unseres Lebens. Alles Gewebe unseres Leibes geht im ewigen Kreislauf des Lebens und Sterbens unter und wird neu erschaffen. Wenn wir unser heutiges medizinisches Wissen ernst nehmen, dann ist uns diese Einsicht geläufig. Überraschend mag nur die Konsequenz daraus sein, dass nämlich wir selbst der Geist sind, der diesen unseren Körper erschafft. Sei es bei heilenden Wunden oder heilenden Nieren.

Wir selbst sind der Geist, der unseren Körper erschafft.

Um den Schöpfungsprozess bei Menschen mit Nierenproblemen wieder in Balance zu bringen, haben sich gewisse mentale und energetische Methoden als sehr hilfreich erwiesen. Das sind starke Werkzeuge, die jeder für sich selbst anwenden kann.

Ja, es stimmt, eine solche Arbeit ist für die meisten nicht einfach. Und ja, andererseits gibt es Beispiele dafür, dass Heilung anscheinend einfach so geschah. »Anscheinend« sage ich, weil wir nicht wissen, welcher Wandel im Inneren dieser Menschen vorging, was sie gelitten und wie sie gekämpft haben. In meinem Umfeld hat bisher niemand seinen Heilungsprozess in Gang gebracht, einzig und allein, weil er es so wollte. Obwohl das Wollen natürlich die Grundvoraussetzung für Selbstheilung ist. Nicht der Kopf entscheidet, ob der Körper geheilt wird, sondern das Herz.

Selbstheilung bedeutet aber mehr, als nur zu wollen. Es erfordert, sich von seinen »alten Leiern«, seinen Denkgewohnheiten, seinem alten Verhalten, womöglich auch seinen Glaubensmustern und vor allem seiner alten Energie zu trennen. Dazu braucht es an erster Stelle das Vertrauen, dass Heilung möglich ist. Es braucht das Bewusstsein, dass jede Heilung immer Selbstheilung ist, dass jede und jeder selbst dazu beiträgt, wenn sie geschieht. Weiterhin braucht es Übung, Offenheit, Mut, den Willen zur Veränderung, Geduld mit sich selbst, Disziplin, Liebe zu sich selbst. Es braucht die Bereitschaft, die Dinge anders zu sehen.

Es gibt Zeiten, so heißt es, wo der größte Wandel, den es braucht, der Wandel der eigenen Sichtweise ist. Ist Selbstheilung das wert? Was meinst du?

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